Öffentlicher Schriftverkehr mit Herrn Baierl, Expec Green Energy, zur Wirtschaftlichkeitsberechnung

E-Mail vom 26.05.26 von Susanne Sailer an Fa. EXPEC, Herrn Baierl
Sehr geehrter Herr Baierl,
 
Ihr letztes Antwort-Schreiben erschien mir seltsam und kam ja auch prompt noch am gleichen Tag.
Ich habe die KI gefragt, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie für dieses Schreiben die KI genommen haben.
Nach Analyse Ihres Textes geht die KI von einer Wahrscheinlichkeit von 95 bis 98 % aus. Dies vor allem – laut KI – wegen der KI-typischen formelhaften Einleitung, syntaktischer Monotonie und des neutralen Schreibstils der zuerst bestätigt, dann abgewiegelt.

Auf KI-Ebene lehnen wir einen weiteren E-Mail-Austausch mit Ihnen ab. Nichts desto trotz sind wir weiterhin bereit, mit Ihnen bei einer möglichen weiteren Vor-Ort-Veranstaltung ins Gespräch zu kommen.
 
Mit freundlichen Grüßen
 

 

Susanne Sailer

E-Mail vom 21.05.26 von Fa. EXPEC, Herrn Baierl an Susanne Sailer

 

Sehr geehrte Frau Sailer,
vielen Dank für Ihre ausführliche und sorgfältige Rückmeldung. Ich weiß es sehr zu schätzen, dass Sie sich so intensiv mit den verschiedenen Aspekten des Projekts auseinandersetzen.
Gerne gehe ich auf Ihre Punkte ein und versuche zugleich, zu einer möglichst sachlichen und konstruktiven Einordnung beizutragen.
1. Zu den angeführten Quellen und Einschätzungen
Sie beziehen sich auf Herrn Spiegelsberger und seine Analysen. Ich habe Verständnis dafür, dass Sie sich intensiv mit unterschiedlichen Perspektiven befassen.
Aus meiner Sicht ist es jedoch wichtig, hier die verschiedenen Ebenen zu unterscheiden:
Öffentliche Einschätzungen und Diskussionen können wertvolle Denkanstöße liefern. Für konkrete Projekte sind jedoch detaillierte, standortspezifische Gutachten und Berechnungen entscheidend, die auch den Anforderungen von Finanzierungspartnern und Genehmigungsbehörden standhalten müssen.
Beides hat seinen Platz, ersetzt sich aber nicht gegenseitig.
2. Thema Negativstunden und Wirtschaftlichkeit
Die von Ihnen angesprochenen Entwicklungen am Strommarkt sind bekannt und werden in seriösen Wirtschaftlichkeitsberechnungen selbstverständlich berücksichtigt.
Gleichzeitig zeigt die Erfahrung aus bestehenden Projekten, dass die Wirtschaftlichkeit immer aus einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren entsteht – nicht aus einzelnen isolierten Parametern.
Dazu gehören unter anderem Standortqualität, Anlagentechnik, Finanzierungsstruktur und langfristige Marktannahmen.
Ich kann gut nachvollziehen, dass unterschiedliche Bewertungen hier zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.
3. Transparenz der Kalkulationen
Sie sprechen einen Punkt an, der mir ebenfalls wichtig ist: Transparenz.
Gleichzeitig bewegen wir uns hier aber in einem Spannungsfeld zwischen Offenheit und dem Schutz sensibler Projektdaten. Das ist branchenüblich und betrifft nicht nur einzelne Projekte.
Mir ist aber wichtig zu betonen: Ich bin weiterhin bereit, die grundsätzliche Methodik und die wesentlichen Annahmen nachvollziehbar darzustellen und im Dialog zu erläutern.
Darüber hinaus ist für eine abschließende und belastbare Wirtschaftlichkeitsrechnung zur Projektrealisierung entscheidend, dass alle relevanten Gutachten vollständig vorliegen (z. B. Windgutachten, schall- und naturschutzfachliche Untersuchungen sowie weitere Standortanalysen).
Erst auf dieser Grundlage können die Annahmen final zusammengeführt und seriös bewertet werden.
4. Zur angesprochenen Unternehmensstruktur
Ihre Ausführungen zur Struktur habe ich aufmerksam gelesen.
Ich verstehe, dass diese Konstellationen von außen nicht immer leicht nachzuvollziehen sind. In der Projektentwicklung haben sich solche Modelle jedoch entwickelt, um unterschiedliche Rollen abzubilden:
  • die frühe Projektphase mit höheren Risiken und Unsicherheiten
  • und die spätere Phase mit stärker planbaren Investitionen
Dass sich diese Unterschiede auch in der wirtschaftlichen Struktur widerspiegeln, ist ein üblicher Bestandteil solcher Projekte.
Gleichzeitig nehme ich Ihren Hinweis ernst, dass diese Zusammenhänge nach außen transparent und verständlich dargestellt werden müssen.
5. Beteiligung von Bürgern und Kommunen
Ein Punkt, der mir besonders wichtig ist, ist die Einbindung der Region.
Unabhängig von strukturellen Fragen bleibt unser Ziel bestehen, dass Kommunen wirtschaftlich profitieren, Bürger Beteiligungsmöglichkeiten erhalten und die Wertschöpfung möglichst vor Ort bleibt.
Die konkrete Ausgestaltung ist nicht immer einfach, aber sie ist ein zentraler Bestandteil des Projekts und wird weiterhin berücksichtigt.
Mir ist an dieser Stelle auch wichtig zu betonen, dass dies nicht nur eine formale Zielsetzung ist, sondern meiner persönlichen Überzeugung entspricht.
Ich bin der festen Auffassung, dass Projekte wie diese langfristig nur dann erfolgreich und akzeptiert sind, wenn die Menschen vor Ort spürbar daran teilhaben – wirtschaftlich ebenso wie in der Wahrnehmung ihrer eigenen Rolle im Projekt.
6. Gemeinsame Perspektive
Mir ist natürlich bewusst, dass Projekte wie diese unterschiedlichen Erwartungen, Sorgen und Bewertungen auslösen.
Gerade deshalb halte ich es für wichtig, im Gespräch zu bleiben – auf Grundlage unterschiedlicher Sichtweisen, aber mit dem gemeinsamen Ziel, tragfähige Lösungen für die Region zu finden.
Abschließend:
Ich danke Ihnen nochmals für Ihre differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema. Auch wenn wir nicht alle Bewertungen teilen, sehe ich darin eine wertvolle Grundlage für einen sachlichen Dialog.
Für einen weiteren Austausch stehe ich für ein persönliches Gespräch gerne zur Verfügung.

 

Mit besten Grüßen,

EXPEC Green Energy

 

Tobias Baierl


E-Mail vom 21.05.26 von Susanne Sailer an Fa. EXPEC, Herrn Baierl

 

Sehr geehrter Herr Baierl,

 

auf unser Schreiben vom 6. Mai 2026 haben wir bislang keine Rückmeldung von Ihnen erhalten.

 

Nach Ihrem Auftreten bei der Veranstaltung in Dürrenmettstetten, bei der Sie einen offenen und dialogorientierten Austausch auf Augenhöhe propagiert haben, hätten wir zumindest eine Stellungnahme oder Einordnung zu den in der oben genannten E-Mail aufgeworfenen Punkten erwartet.

 

Sollten wir hierzu weiterhin keine Antwort erhalten, werden wir dies als Verzicht auf eine inhaltliche Erwiderung werten. In diesem Fall beabsichtigen wir, unsere Recherchen und Einschätzungen gegenüber Bürgern in Dürrenmettstetten, Sulz und Umgebung öffentlich darzustellen. Dies betrifft insbesondere unsere Bewertung der Praxis von Expec vor dem Hintergrund aus unserer Sicht bestehender Asymmetrien in der Risiko- und Gewinnverteilung bei Investoren- und Bürgerbeteiligungsmodellen.

 

Darüber hinaus stehen wir mit ehemaligen Kunden der Energieversorgung Wenzenbach im Austausch. Die dort geschilderten Erfahrungen könnten aus unserer Sicht auch für Bürger der hiesigen Umgebung im Hinblick auf die Einordnung und Bewertung entsprechender Akteure von Interesse und aufschlussreich sein.

 

Für eine Rückmeldung und inhaltliche Einordnung Ihrerseits stehen wir weiterhin offen zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Susanne Sailer

 

für die

Bürgerinitiative

GEGENWIND-KRAFTGRUPPE

Sulz – Dornhan – Vöhringen 


E-Mail vom 06.05.26 von Susanne Sailer an Fa. EXPEC, Herrn Baierl

Cc-Kopien gingen an Bürgermeister - Herrn Keucher, Ortsvorsteher - Herrn Dölker, Energie & Outdoor Chiemgau - Herrn Spiegelsberger

 

Sehr geehrter Herr Baierl,

 

gerne nehme ich zu Ihrer Mail vom 30.04.26 Stellung.

 

Was den Autor Stefan Spiegelsberger anbetrifft, so verfolgen wir seine Arbeit schon lange.

Wir schätzen ihn für seine Seriosität und seine fachlich fundierten und nachvollziehbaren Ausführungen.

Sie hingegen beziehen sich auf Gutachten der Deutschen Umwelthilfe mit ihren fragwürdigen Abmahnmodellen und den Lobbyverband "Wirtschaftsverband Windkraftwerke". Inwieweit man hier von Objektivität ausgehen kann, muss dem Leser überlassen bleiben.

 

Sie teilen in Ihrer Stellungnahme mit, dass Sie nicht bereit sind, Ihre Wirtschaftlichkeitsberechnung offenzulegen.

 

Während Ihrer Präsentation am 23.04.25 in Dürrenmettstetten hatten Sie öffentlich zugesagt, Ihre Zahlen transparent zu machen. Konkret war vereinbart, dass Sie Ihre Kalkulation den Zahlen von Herrn Stefan Spiegelsberger vom YouTube-Kanal Energie & Outdoor Chiemgau gegenüberstellen.

 

Zur Erinnerung: Während Herr Spiegelsberger aufgrund steigender Negativstunden am Strommarkt (- 8 %) und gesunkener Ausschreibungserlöse (- 25 %) eine mangelnde Rentabilität für Standorte in Baden-Württemberg prognostiziert, nennen Sie eine Rendite von 6 %.

 

Da Sie die Berechnungen von Herrn Spiegelsberger anzweifeln, habe ich diesbezüglich Rücksprache mit ihm gehalten. Er hat mir hierzu inhaltlich folgende Erläuterungen übermittelt und ist bereit, auf weitere fachliche Rückfragen Ihrerseits gerne zu antworten:

 

Berechnungsgrundlage:

Die im Video genannten 652 Stunden setzen sich aus den Negativstunden sowie den Stunden mit einem Strompreis von exakt 0 € zusammen (siehe Angaben ganz oben im Video bei Minute 5:50).

Für das laufende Jahr wird mit bis zu 800 Negativstunden gerechnet.

 

Bereinigter Wert:

Da Betreiber bei 0-€-Preisen noch Vergütungen erhalten können, basieren die Berechnungen von Herrn Spiegelsberger konservativ auf 574,75 Stunden (siehe Video bei Minute 7:17).

 

***

 

Vielen Dank nochmals für Ihre Ausführungen zur Situation vor Ort in Dürrenmettstetten sowie für die Erläuterungen zur Unternehmensstruktur unter Verweis auf das Organigramm.

 

Die Entity „EXPEC Wind REpower 1 GmbH & Co. KG“ stellt aus unserer Sicht eine durchaus bemerkenswerte Konstruktion im Geflecht der Expec-Gruppe dar. Das Projektierungsrisiko für den in der Investoreninformation genannten Projektpool liegt bei diesem Unternehmensmantel. Gleichzeitig ist die Expec-Komplementärin lediglich mit einer in Relation äußerst kleinen finanziellen Einlage über die Komplementärin beteiligt, während die 100 % externen Kommanditisten (Investoren) den überwiegenden Teil des Eigenkapitals bereitstellen.

 

Nach den uns vorliegenden Informationen stellt die Expec-Gruppe somit deutlich weniger als ein Prozent des haftenden Eigenkapitals – und übernimmt damit auch nur einen kleinstmöglichen Bruchteil des unternehmerischen Risikos des Projektierungspools. Vor diesem Hintergrund erscheint es umso überraschender, dass laut vertraglicher Regelung 72 % der Projektierungsrendite oberhalb von 10 % an die Expec Holding abgeführt werden, obwohl die Expec-Gruppe durch die Verrechnung von Aufwänden und Kosten im Rahmen der Projektierung gegenüber der Projektgesellschaft bereits in sicherlich auskömmlicher Weise vergütet wird.

 

Diese Konstellation legt den Eindruck nahe, dass Risiken weitgehend ausgelagert werden, während ein erheblicher Anteil der Gewinne intern vereinnahmt wird.

 

Im Rahmen der Veranstaltung in Dürrenmettstetten haben Sie wiederholt betont, dass es Ihnen ein Anliegen sei, Kommunen, Bürger sowie Energiegenossenschaften angemessen an den Projekten und deren wirtschaftlichem Erfolg zu beteiligen. Vor dem Hintergrund der oben beschriebenen Struktur stellt sich die Frage, wie dieses Versprechen vor dem Hintergrund der dargestellten Praxis hinsichtlich einer fairen Verteilung von Risiko und Rendite erfüllt werden kann.

 

Sollte diese Konstruktion Ihr Verständnis eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Risikoübernahme und Gewinnbeteiligung widerspiegeln, ist zu befürchten, dass die Bürger vor Ort weder hinsichtlich der Entwicklung ihrer Lebensqualität noch in Bezug auf ihre Investition auf der Gewinnerseite stehen werden.

 

Ich wäre Ihnen daher dankbar, wenn Sie Ihre Sichtweise zu diesen Punkten näher erläutern könnten.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Susanne Sailer

 

für die

Bürgerinitiative

GEGENWIND-KRAFTGRUPPE

Sulz – Dornhan – Vöhringen 

 


E-Mail vom 30.04.26 von Fa. EXPEC, Herrn Baierl an Susanne Sailer

Cc-Kopien gingen an Bürgermeister, Herrn Keucher und Ortsvorsteher, Herrn Dölker

Sehr geehrte Frau Sailer,

 

ich komme zurück auf Ihre E-Mail vom 28.04.2026 im Nachgang zu unserer Projektvorstellung Repowering in Dürrenmettstetten. Den von Ihnen übersandte YouTube Link des Kanals "Energie & Outdoor Chiemgau" haben wir uns gerne angesehen.

 
Auf eine persönliche Einschätzung des Autors möchte ich allerdings verzichten. Hier sollte sich jeder selbst ein Urteil bilden, was insbesondere auf dessen Geschäftsmodell in Kombination mit den von ihm verbreiteten Narrativ angeht (siehe Links in dessen Videos).
Zunächst möchte ich auf Ihre Punkte in gebotener Kürze eingehen:
 
Die angegebene Zahl mit 652 Stunden mit Negativpreisen am Spotmarkt (EPEX) ist leider nicht korrekt.
Im Jahr 2025 traten in Deutschland rund 573 Stunden mit negativen Strompreisen auf. (Quelle: Bundesnetzagentur - Presse - Bundesnetzagentur veröffentlicht Daten zum Strommarkt 2025)
Allerdings ist es richtig, dass mit weiterem Ausbau der Wind- und Solarenergie - ohne ausreichende Flexibilitätsoption - mit einer weiteren Zunahme zu rechnen ist.
 
Nach § 51 Erneuerbare‑Energien‑Gesetz (EEG) entfällt der Anspruch auf Zahlung der Marktprämie für Zeiträume, in denen der anzulegende Wert überschritten wird und der Spotmarktpreis über einen gesetzlich definierten Zeitraum hinweg negativ ist. Maßgeblich ist dabei die jeweils gültige Fassung des EEG sowie das Inbetriebnahme Datum der Anlage.
Im Jahr 2025 traten am deutschen Day‑Ahead‑Spotmarkt 573 Stunden mit negativen Strompreisen auf. Damit haben tatsächlich negative Preisphasen eine Relevanz für die Wirtschaftlichkeit des Projektes.
Der Hintergrund des §51 EEG war aber allerdings genau darauf abgezielt, notwendige Flexibilitäten im System anzukurbeln und den Ausbau von Speichermöglichkeiten zu erhöhen. Auch wir als Betreiber beteiligen uns proaktiv bei unseren Projekten. Hier möchte ich das Beispiel, den Energiepark in der Lausitz nennen, den ich ich in der Bürgerversammlung angebracht habe
 
Zu den gesunkenen Zuschlagswerten in der EEG-Ausschreibung muss aus meiner Sicht ebenfalls entgegengehalten werden.
Der durchschnittliche Höchstwert 2025 lag bei 7,35 ct/kWh, der mengengewichtete Zuschlagswert lag mit 6,06 ct/kWh deutlich darunter.
Wenn man sich die letzte Ausschreibungsrunde der Bundesnetzagentur ansieht, liegt der mengengewichtete Zuschlagswert sogar nur bei 5,54 ct/kWh.
 
Dies hat selbstverständlich Auswirkungen auf eine mögliche Projektfinanzierung durch eine Bank. Allerdings muss beachtet werden, dass der Anlagenbetreiber diesen Zuschlagswert in der Direktvermarktung nur bedingt in voller Höhe ausgezahlt bekommt. Prinzipiell wird immer der aktuelle Marktwert ausbezahlt, sollte dieser unter den vom EEG veranschlagten Wert fallen, tritt der Zuschlagswert ein. Auch unter diesen Bedingungen ist unser Projekt, wie es aktuell angedacht ist, wirtschaftlich.
 
Zum Einwand der Bezuschussung von EE-Anlagen und Netzentgelten, möchte ich am Beispiel von Gaskraftwerken eine Gegenrechnung aufmachen:
Strom aus Wind und Sonne ist auch bei Anrechnung von Netzausbau und Batteriespeichern günstiger als Gas, wie ein neues Gutachten der Deutschen Umwelthilfe und des Wirtschaftsverbands Windkraftwerke zeigt.
Demnach ergeben sich für Solar- und Windenergieanlagen, die im Jahr 2027 neu errichtet werden, Gesamtkosten von rund 11 Cent je Kilowattstunde (ct/kWh).
Für Gaskraftwerke liegen die Kosten mit bis zu 31 ct/kWh dagegen drei Mal so hoch. Kostentreiber sind dabei die rasant gestiegenen Preise der Kraftwerkshersteller, Brennstoff- und Emissionszertifikate-Kosten sowie die erwarteten niedrigen Betriebsstunden der Gaskraftwerke. 
Bedauerlicherweise werden die tatsächlichen Kostenstrukturen nicht vollständig beziffert, sodass auch hier nur eine einseitige Betrachtung vorgenommen wird.
Bitte haben Sie Verständnis, dass ich unsere vollständige Wirtschaftlichkeitsberechnung nicht offenlegen kann, da wir ein privates Wirtschaftsunternehmen sind und dies selbstverständlich interne Daten beinhaltet.
Eine Wirtschaftlichkeit und die daraus resultierende Umsetzung des geplanten Projektes in Dürrenmettstetten hängt, wie schon bei der Bürgerversammlung am 23.04.2026 allen Zuhören mitgeteilt von diversen Faktoren ab.
Hier sind Baukosten und die Fremdkapitalzinsen als Beispiel zu nennen, die wir nicht, oder nur bedingt beeinflussen können.
Wie geschildert, werden deswegen neben den genehmigungsrelevanten Gutachten auch noch einmal detaillierte Ertragsgutachten (TR6-konform) erstellt. Wie Sie richtig erwähnt haben, wurde durch die EXPEC bereits ein höhere Summe für die Erstellung der spezifischen relevanten Gutachten ausgegeben. Dies würde ich als Volkswirt nicht verantworten können, wenn ich zum heutigen Zeitpunkt keine Wirtschaftlichkeit erreichen würde. Hier gehen wir als privates Unternehmen ins Risiko, welches ausschließlich von uns getragen wird und keine Auswirkung auf die Gemeinde Dürrenmettstetten, oder deren Bürger hat.
Eine Entscheidung, ob das Projekt dann tatsächlich realisiert wird, oder nicht, wird von mir nach Abschluss aller relevanten Gutachten und Erhalt der BImSch-Genehmigung getroffen. Den Antrag auf Repowering der bestehenden Windkraftanlage Vestas V44 nach §16b BImSchG werden wir jedoch nach derzeitigem Stand im Herbst 2026 stellen. Mit einer Genehmigung wird im Frühjahr 2027 gerechnet werden können.
Zur Situation vor Ort in Dürrenmettstetten:
Die EXPEC Green Energy hat u.a. die bestehende und in Betrieb befindliche Vestas V44 in Dürrenmettstetten im Zuge einer Unternehmensübernahme in 2025 erworben und ist seit diesem Zeitpunkt Eigentümer und Betreiber dieser Windkraftanlage. Die zweite Windkraftanlage vom Typ Enercon E40, welche sich nach Ihrer Darstellung nicht in Betrieb befindet, ist weder in unserem Eigentum, noch sind wir Betreiber dieser Windkraftanlage. Im Zuge unserer Repoweringplanung ist uns allerdings daran gelegen, uns mit dem derzeitigen Betreiber zu einigen, sodass diese Anlage analog zu unserer Windkraftanlage vollständig zurückgebaut wird.
Eigentümer und Betreiber der Vestas V44 in Dürrenmettstetten ist die EXPEC Wind REpower 1 GmbH & Co. KG. Die EXPEC Green Energy GmbH fungiert im Unternehmensverbund der EXPEC Green Energy Gruppe als Holding und hat entsprechend neben Gesellschaften für den Betrieb von Windkraftanlagen auch weitere Tochterfirmierungen. Im Unternehmensflyer, welcher bei der Bürgerversammlung am 23.04.2026 auslag, ist ein ausführliches Unternehmensorganigramm enthalten.
Die EXPEC Wind REpower 1 GmbH & Co. KG hat neben dem Betrieb bestehender Windkraftanlagen und Windparks auch das Repowering einzelner Standorte als Unternehmenszweck.
Ich bedanke mich für Ihr Interesse an unserem Projekt in Dürrenmettstetten und den konstruktiven Austausch mit Ihnen.  

Mit besten Grüßen,

EXPEC Green Energy

 

Tobias Baierl

 


E-Mail vom 29.04.26 von Fa. EXPEC, Herrn Baierl an Susanne Sailer

Cc-Kopien gingen an Bürgermeister, Herrn Keucher und Ortsvorsteher, Herrn Dölker

 

Sehr geehrte Frau Sailer,

 

Vielen Dank für Ihre Mail.

 

Ich bedanke mich auch, trotz der zum Teil sehr unterschiedlichen Anschauungen, für die konstruktive und faire Diskussion mit Ihnen.

 

Demokratie lebt davon, dass Menschen in einen offenen Dialog treten, einander zuhören, sich verstehen und mit Respekt ihre Meinungen austauschen, Verantwortung übernehmen, gemeinsam Lösungen finden, Kompromisse schließen und so den Zusammenhalt und den Frieden in der Gemeinschaft stärken.

 

Gerne gehe ich auf Ihre Punkte ein, ich muss Sie allerdings um ein wenig Geduld bitten, da ich die nächsten Tage noch bei weiteren Projekten im Bundesgebiet unterwegs bin.

 

Mit besten Grüßen,

EXPEC Green Energy 

 

Tobias Baierl

Geschäftsführer

 


E-Mail an Herrn Baierl, Firma Expec, am 28.04.26. 

Die E-Mail ging in Kopie an Bürgermeister, Herrn Keucher, sowie Ortsvorsteher, Herrn Dölker.


Wirtschaftlichkeitsberechnung – Gegenüberstellung zu YouTube-Video von Outdoor Chiemgau
Ihre Präsentation vom 23.04.26 in Dürrenmettstetten


Sehr geehrter Herr Baierl,

 

auf Ihrer Veranstaltung habe ich ein Video des YouTube-Kanals "Energie & Outdoor Chiemgau" angesprochen. Danach sind Windindustrieanlagen in Bayern und Baden-Württemberg aufgrund einiger Änderungen nicht mehr wirtschaftlich. Hier der Link zum Video:

https://www.youtube.com/watch?v=n_5qEqlsN8k
Video-Titel: Gute News – Windräder nun unrentabel für Betreiber – Neue Regelungen

 

 

Änderungen:

1.
01.04.25 – EEG § 51
Verringerung des Zahlungsanspruchs bei negativem Spotmarktpreis auf Null
Anmerkung: in 2025 gab es bereits 652 Stunden mit Negativpreisen – Tendenz mit jeder installierten Windindustrieanlagen steigend.

2.
Gesunkene Zuschlagswerte für Einspeisevergütungen in den Gebotsverfahren um ca. 2 ct/kWh auf nun ca. 9,4 ct/kWh in Schwachwindgebieten – Stand November 2025.

 

3.
Bundesnetzagentur schlägt Stand 23.04.25 vor, dass Netzentgelte künftig von den Anlagenbetreibern zu zahlen sind. Mögliche Entlastung für Verbraucher ca. 1,5 Milliarden.

Ab Video-Minute 10.44 kommt eine Neuberechnung nach obigen Änderungen am Beispiel einer Windindustrieanlage der Bürgerwind Riedholz Betriebs GmbH & Co. KG. Bitte stellen Sie Ihre Zahlen entsprechend dagegen.

 

+++

 

Könnten Sie bitte auch folgende Fragen beantworten, welche sich nach dem Artikel des Schwarzwälder Boten vom 26.04.26 zu Ihrer Informationsveranstaltung in Dürrenmettstetten stellen:

 

Im Bericht wird ausgeführt, dass die Expec zwei alte Windkraftanlagen erworben habe und diese durch drei neue Anlagen ersetzt bzw. repowert werden sollen. 

Nach meinem Verständnis aus der Veranstaltung wurde erläutert, dass lediglich die noch in Betrieb befindliche Altanlage (Typ Vestas V44) erworben wurde und ein Repowering mit drei neuen Anlagen des Typs Enercon E-175 EP5 geplant ist. 
Ich bitte daher um Klarstellung, ob tatsächlich auch die zweite Altanlage erworben wurde oder nur die aktuell noch in Betrieb befindliche Anlage. Zudem wäre ich dankbar für eine eindeutige Aussage, ob eine eventuell bereits außer Betrieb befindliche Altanlage ebenfalls Teil des Projekts ist und im Zuge des Repowerings vollständig zurückgebaut werden soll.

 

Ergänzend bitte ich um Auskunft, ob die Altanlage(n), die im Zuge des Repowerings ersetzt werden sollen, von der Expec Green Energy GmbH erworben wurden oder ob die neue Eigentümerin die Expec Wind REpower 1 GmbH & Co. KG ist. Dieser Punkt ist aus der Präsentation leider nicht hervorgegangen. Für eine kurze Information dazu wäre ich Ihnen dankbar.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Susanne Sailer

 

 

für die
Bürgerinitiative
GEGENWIND-KRAFTGRUPPE
Sulz – Dornhan – Vöhringen