Die Firma Expec hat in Dürrenmettstetten eines der bestehenden älteren Windräder erworben, die Fläche ist gepachtet. Geplant ist ein sogenanntes Repowering: Die bestehende Anlage mit 660 kW soll durch DREI neue Anlagen ersetzt werden, die ca. 3 x so hoch sind.
Die neuen Anlagen sollen Typ Enercon E-175 sein:
- Nabenhöhe: 162 m
- Gesamthöhe: ca. 250 m
- Rotordurchmesser: 175 m
- Leistung: 7 MW pro Anlage
Damit haben sie jeweils mehr als die zehnfache Leistung der Altanlage. Das bestehende Fundament der Altanlage soll laut Expec vollständig zurückgebaut werden.
Anmerkung:
Sollten die fünf von Abo Energie geplanten Anlagen realisiert werden, wären es mit den drei Anlagen von Expec insgesamt acht Windkraftanlagen mit einer Höhe von jeweils rund 250 Metern oder mehr. Hinzu kommen die zwei dann noch bestehenden Altanlagen.
Dürrenmettstetten wäre damit im Norden und Osten nahezu vollständig von riesigen Windkraftanlagen umgeben, die zwischen 900 und 1200 Meter vom Ortsrand entfernt wären.
Der Mindestabstand zu Wohnhäusern am Ortsrand soll angeblich 1.000 Meter betragen. Dieser Abstand gilt jedoch nicht für einzelne Gehöfte oder Weiler in der Umgebung - hier sind es 500 Meter Mindestabstand.
Die Anlagen sollen im nördlich von Dürrenmettstetten gelegenen Vorranggebiet errichtet werden, das vom Regionalverband ausgewiesen wurde. Konkrete Standorte wurden leider nicht genannt – angeblich aus Datenschutzgründen. Angestrebt wird ein Poolpachtvertrag mit den Grundstückseigentümern im Vorranggebiet. Derzeit laufen wohl Messungen zu den Standorten.
Expec befindet sich aktuell in Gesprächen mit potenziellen Verpächtern. Der Zeitplan sieht vor, im Oktober die Genehmigungsverfahren zu starten. Baubeginn soll Ende 2028 sein, die Inbetriebnahme ist für 2029 vorgesehen.
Bezüglich des Netzanschlusses führt Expec Gespräche mit Netze BW, unter anderem im Zusammenhang mit dem Wasserkraftwerk in Bettenhausen. Ob die Netzkapazitäten ausreichen, ist äußerst fraglich. Das Wasserkraftwerk hat eine Leistung von etwa 4,2 MW, die drei geplanten Anlagen zusammen rund 21 MW. Auch der genaue Verlauf der Stromtrassen ist unklar. Bestehende Kabel der Altanlage sollen teilweise ungenutzt im Boden verbleiben.
Der Geschäftsführer, Herr Baierl, warb für eine Beteiligung am Projekt. Expec baut und betreibt Anlagen selbst und hat nach eigenen Angaben bereits rund 350.000 Euro in Messungen etc. in Dürrenmettstetten investiert. Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger sollen unter anderem über lokale Modelle (z. B. Bürgerenergie) angeboten werden. Kommunen könnten über die gesetzliche Regelung nach § 6 EEG mit jährlichen Einnahmen rechnen.
Kritisch wurde von Klaus Vosseler angemerkt, dass trotz eines offenbar vorhandenen Layouts keine Standorte genannt wurden.
Zur Bürgerbeteiligung wurden insbesondere nachrangige Darlehen genannt. Diese gelten als risikoreich, da im Falle wirtschaftlicher Probleme zunächst Banken und andere Gläubiger bedient werden. Bürger als nachrangige Geldgeber tragen somit ein erhöhtes Verlustrisiko bis hin zum Totalverlust. Alternativ wurde eine Beteiligung als Kommanditist an der Betreibergesellschaft vorgeschlagen. Auch diese Modelle haben Eigenkapitalcharakter und sind entsprechend risikobehaftet.
Im Rahmen der Diskussion wurde zudem auf ein Video von Outdoor Chiemgau hingewiesen, in dem die Wirtschaftlichkeit von Windkraftprojekten in Bayern und Baden-Württemberg
infrage gestellt wird.
https://www.youtube.com/watch?v=n_5qEqlsN8k
Dazu wurde vereinbart:
- Zusendung des Videos an Herrn Baierl
- Gegenüberstellung mit seiner eigenen Wirtschaftlichkeitsberechnung
- Veröffentlichung des Schriftverkehrs auf der Website
Aus dem Publikum kamen mehrfach kritische Nachfragen. Insgesamt wurde der Vortrag von einigen Teilnehmern als wenig informativ bewertet.
Anwesend waren außerdem Bürgermeister Herr Keucher sowie Ortsvorsteher Herr Dölker.

